Burgstall. „In Burgstall, daou is Kirwa, mei Liaba, mei Liaba!“ Diese Parole gilt am kommenden Wochenende zum 40. Mal in der kleinen Ortschaft Burgstall. Von Samstag, 7. Juli, bis Montag, 9. Juli, geht er wieder hoch her in dem Dorf, das politisch seit 1972 zur Stadt Hirschau gehört, kirchlich zur Pfarrei Gebenbach.
Im Jubiläumsjahr sollte es erlaubt sein, einen Blick zurück auf die Entstehung der Burgstaller Kirwa zu werfen. Bis vor 40 Jahren wurden die Glocken der 1925 erbauten, dem heiligen Martin geweihten Kapelle täglich dreimal von Hand von der Familie Schönberger (jetzt Scherer) geläutet. Aus Altersgründen konnte die Familie dies nicht mehr machen. So wurde beschlossen, ein elektrisches Geläut anzuschaffen. In einer Ortsversammlung wurde der Gedanke geboren, ein Fest zur Mitfinanzierung des Geläuts zu organisieren. Mit Blick auf den kirchlichen Verwendungsweck des Erlöses nannte man das Fest Kirwa. Seither findet die Burgstaller Kirwa alljährlich am zweiten Juli-Wochenende statt. Den Termin wählte man, da damals an diesem Wochenende keine weiteren Veranstaltungen in der Gemeinde und Pfarrei stattfanden.
Gemeinnütziges Engagement war das entscheidende Motiv für die Gründung der Burgstaller Kirwa und gemeinnütziges, soziales Engagement ist in den zurückliegenden 40 Jahren ein herausragendes Markenzeichen des Brauchtumsfestes geblieben. Jahr für Jahr werden mit dem Kirwa-Erlös gemeinnützige und soziale Einrichtungen unterstützt. Vom Gemeinsinn der Burgstaller profitierten zuletzt die Selbsthilfegruppe krebskranker Kinder, die Hirschauer Helfer-vor-Ort-Gruppe, die Aphasie-Selbsthilfegruppe Amberg-Sulzbach und letztes Jahr zum wiederholten Mal die Hirschauer Caritas-Sozialstation. Sie alle kamen in den Genuss großzügiger Spenden, finanziert aus dem Erlös der Kirchweihtage. War der Erlös der ersten Kirwa für die Finanzierung des Kapellengeläutes bestimmt, soll der heurige Erlös für den Bau des geplanten Gemeinschaftshauses vorgesehen.
Damit die Kirwa ihrem hervorragenden Ruf wieder gerecht wird und sich die Gäste rundum wohl fühlen, legt sich die Dorfgemeinschaft um ihren Ortssprecher Hans Scharl wieder mächtig ins Zeug. Er kann mit berechtigtem Stolz darauf verweisen, dass 35 der aktuell 62 Einwohner bei der Vorbereitung, Organisation und Durchführung des dreitägigen Festes aktiv mithelfen.
Das Kirwaprogramm beginnt am Samstag (7. Juli) um 20 Uhr. Dann ist es an der Gruppe „Onkel Resi“ im Festzelt für stimmungsvolle Tanzmusik zu sorgen. Der Festgottesdienst am Sonntag (8. Juli) wird um 9.30 Uhr an der St. Martin-Dorfkapelle vom Gebenbacher Pfarrvikar Christian Preitschaft zelebriert. Musikalisch gestaltet wird die Messe von der Gebenbacher Blasmusik. Sie spielt auch beim anschließenden Frühschoppen auf. Zum Mittagessen werden Grillschmankerln wie Steaks und Bratwürstl angeboten. Das Nachmittagsprogramm wird um 15 Uhr von den Nachwuchsmusikern Tamia und Maria sowie Rita Butz eröffnet. Danach marschieren um 15.30 Uhr die 15 Kirwapaare zum Austanzen des Kirwabaumes vor dem Festzelt auf. Der Baum stammt aus dem Gebenbacher Kirchwald. Die Tänze wurden in den letzten Wochen unter Anleitung der älteren Kirwaburschen und -moidln fleißig eingeübt. Als spektakuläre Dreingabe warten die Kirwaboum mit einer Schuhplattl-Einlage auf. Sie wird von Josef Richthammer vom „Neidaffer Plattlclub“ einstudiert. Danach sorgt die Gruppe „Tuba-Tobi and Friends“ bis in die Nacht hinein für die entsprechende Stimmung.
Zum Ausklang herrscht am Montag (9. Juli) ab Mittag buntes Kirwatreiben. Am Nachmittag gibt es Kaffee und Kuchen. Abends spielt ab 19.30 Uhr die „Zoigl-Musi“ zum Tanz auf. Gegen 22 Uhr werden der Kirwabaum und weitere Preise verlost. Für das leibliche Wohl der Gäste ist an allen drei Kirchweihtagen bestens gesorgt. Die Weinbar ist täglich geöffnet. Die Bevölkerung aus nah und fern ist herzlich eingeladen.





