(von Werner Schulz)

Großes Helferfest zum 46. Internationalen Volkswandertag

Beim großen Helferessen zogen die Wanderfreunde eine positive Bilanz über den 46. Internationalen Hirschauer Volkswandertag, bei dem ein neuer Teilnehmerrekord an aktiven Wanderern nur knapp verfehlt wurde.

Großes Helferfest zum 46. Internationalen Volkswandertag

Hirschau. Die Wanderfreunde Hirschau veranstalteten am vergangenen Samstag in ihrem Gerätehaus ihr traditionelles, von Familie Renner organisiertes Helferessen. Die Vorstandschaft um den 1. Vorsitzenden Felix Fischer hatte alle Mitglieder eingeladen, die zum großen Erfolg des 46. Internationalen Volkswandertages Mitte Juni beigetragen hatten.

Zu Beginn bedankte sich 2. Vorsitzender Christian Renner bei allen Arbeitskräften für ihren tollen Einsatz. Natürlich nutzten die Anwesenden den Termin zur Rückschau und  Manöverkritik an diesem Großereignis.

Dieses Jahr mussten die Aufbauteams und Streckenwarte besonders hart arbeiten, weil ihnen der viele Regen vom Freitag schwer zu schaffen machte. Alfred Naber und Manfred Romeis berichteten von den Problemen bei der Einrichtung der Hauptverpflegungsstelle östlich von Krickelsdorf. Die Wiesen waren so nass, dass ein Rangieren mit dem Versorgungsfahrzeug der Schlossbrauerei nahezu unmöglich war. Die Aufbauteams mussten die Materialtransporte zum städtischen Bauhof im strömenden Regen bewältigen. Die Streckenwarte standen unvermittelt vor dem Riesenproblem, einen Teil der knapp einhundert Markierungstafeln kilometerweit zu Fuß aufstellen zu müssen, weil mehrere Streckenabschnitte aufgrund der völlig aufgeweichten Böden für den von der Firma Falk Wohnbau zur Verfügung gestellten Klein-LKW nicht zu bewältigen waren. Außerdem waren Michael Flierl und Manfred Kindzorra streng darauf bedacht, keine „Flurschäden“ zu hinterlassen. In diesem Zusammen-hang monierte ein Teichbesitzer, durch die Fahrzeugbewegungen nahe der Verpflegungsstelle sei ein Weiherablauf verstopft worden. Manfred Kindzorra nahm sich am folgenden Montag der Sache an und stellte mit Technik und Sachverstand den ordnungsgemäßen Zustand wieder her. Vor allem aber konnte er aufgrund von fotografierten Reifenspuren eindeutig nachweisen, dass der Schaden nicht durch den Wanderverein, sondern durch ein zeitgleich agierendes Holzfuhrwerk verursacht wurde. Leider hat sich der Teichbesitzer nicht mehr gemeldet.

Nachdem der Dauerregen sich am späten Freitag endlich verzogen hatte, meinte es der Wettergott doch noch gut mit den fleißigen Wandervereinsleuten. Er bescherte ihnen zwei Tage lang optimales Marschwetter. Somit war die schlechte Laune beim Personal verflogen und die große Besucherschar wurde bestens bedient und verpflegt. Die fleißigen Bienen um Schriftführerin Christa Gebhard und Vorstandsgattin Sofie Fischer versorgten die hungrigen Gäste mit allerlei Köstlichkeiten. So ließ einem der Anblick der von Christa Kindzorra verwalteten, prall gefüllten Kuchentheke das Wasser im Mund zusammenlaufen. Das Team aus Sohn und Enkel des ersten Vorstands versorgten die durstigen Gäste mit unterschiedlichsten Getränken. Am Grillstand gelang es Jürgen Schenzel und Heinz Gebhard zeitweise kaum, die Nachfrage nach Bratwürsten zu bewältigen. Schenzel regte einen Sortenwechsel bei der Grillkohle anregte. Am Samstagnachmittag war jedem klar, dass bis dahin eine hohe Teilnehmerzahl erreicht war. Diese wurde am Sonntag noch getoppt. Umso größer war beim Personal der Wanderfreunde die Freude. Der drei Tage lange volle Einsatz hatte sich bezahlt gemacht.

„Chefstatistiker“ Manfred Flierl hatte wie immer konkrete Zahlen parat: „330 aktive Wanderer am Samstag, 420 am Sonntag, in Summe genau 750 Teilnehmer und damit die zweithöchste Beteiligung seit Beginn der exakten Erfassung im Jahr 2009“. Ganze sieben Wanderer hätten zum Rekord gefehlt. Ausdrücklich bedankte sich Flierl bei Rolf Weber und Hans Gebhard, den fleißigen „Zählleuten“ von der ersten Kontrollstelle. „Überraschend hoch waren die Teilnehmerzahlen auf den kürzeren Strecken, was der wolkenreichen Witterung mit den durchfeuchteten Wegen zuzuschreiben war. Aber auch die 95 Wanderer auf der 20-km Strecke stellen ein tolles Ergebnis dar“.

Vorstandsmitglied Willi Gevatter erläuterte, dass auf den Langstrecken die Streckenführung wieder von vielen Wanderern ausdrücklich gelobt wurde. Insbesondere die 20 km-Strecke hatte viele markante Punkte zu bieten. Bis aus Fürstenfeldbruck oder Freising waren die Langstreckenwanderer angereist. In diesem Zusammenhang verwies er auch auf die neue Internetseite des Vereins, wo es unter www.wanderfreunde-hirschau.de neben aktuellen Informationen auch viele Bilder vom Wandertag zu sehen gibt.

Bemerkenswert war, dass auch heuer wieder einige Teilnehmer am Samstag eine der beiden Langstrecken bewältigten und so begeistert waren, dass sie am Sonntag ein zweites Mal antraten. Vor allem die auswärtigen Wanderer freute das Konzept der Wanderfreunde, jedes Jahr neue Streckenführungen anzubieten. Das sei bei vielen anderen Vereinen nicht selbstverständlich.

Vorstand Fischer bedankte sich bei seiner Mannschaft für die geleistete Arbeit. Er wertete die Veranstaltung als vollen Erfolg. Nicht nur die hohe Teilnehmerzahl belege dies, sondern auch die Aussagen vieler Wanderer, die voller Interesse dem Wegverlauf durch die neugestaltete Altstadt folgten.

Ein brisantes Thema sprach 2. Vorsitzender Christian Renner in seiner persönlichen Rückschau an: „Es wird von Jahr zu Jahr schwieriger, genügend Helfer zur Durchführung des Wandertages zu finden und ich bin froh, dass es in diesem Jahr wieder geklappt hat“. Er bedankte sich bei Martina und Jürgen Dinges, die zusammen mit Familie Naber die Hauptverpflegungsstelle zum ersten Mal gemanagt hatten und das souverän erledigten. „Ihr seid leuchtende Vorbilder“ freute sich Michael Flierl über Gisela und Marina König, die als Neumitglieder beim Wandertag  engagiert zu Werke gingen und zudem an vielen auswärtigen Wanderungen teilnehmen.

Die beiden Streckenwarte zeigten sich überrascht, dass am Samstag einige Wanderer Probleme an der Streckentrennung hatten, die Langstrecken zu finden. Das hat mit Sicherheit den neuen Teilnahmerekord für die 20-km Strecke verhindert. Manfred Kindzorra schlug vor, künftig Stempelstelle und Streckentrennung zu entzerren, um mehr Übersicht zu schaffen. Michael Flierl versprach, dass die Wanderstrecken nächstes Jahr endlich wieder über das Gipfelplateau des Monte Kaolino führen werden. Das war eigentlich für dieses Jahr schon vorgesehen, musste aber wegen einer Terminüberschneidung kurzfristig verschoben werden. Notwendig für dieses Vorhaben sind frühzeitige Gespräche mit dem SCMK wegen der Benutzung des Skilifts, der dann wieder zwei Tage lang zum „Wandererlift“ werden soll. Kassiererin Carmen Renner regte an, für das kommende Jahr die Wandertageswerbung zu intensivieren. Über den neuen Internetauftritt stünden viel mehr Möglichkeiten zur Verfügung, zum Beispiel über die DVV-Wanderseite. Die Besonderheit der Streckenführung über den Monte-Gipfel könnte zu einem Artikel im DVV-Kurier genutzt werden. Schließlich ging es an das von Familie Geilersdörfer aus Schalkenthan hervorragend zubereitete Essen. Die Anwesenden waren sich einig, dass dieses Helferfest ein krönender Abschluss für einen gelungenen Volkswandertag in Hirschau war, der das ganze Team wieder zusammengeschweißt hat.