Steiningloh. Optimales Kirwawetter, 18 schmucke Kirwpaaare, zünftig aufspielende Musikanten und zum Kirwaauftakt ein von einem Primizianten zelebrierter Gottesdienst – Kirwaherz, was willst Du mehr? All das war am vergangenen Wochenende in Steiningloh geboten, wo die Freiwillige Feuerwehr zur „“6. Stodlkirwa“ eingeladen hatte. Entsprechend groß war der Besucherandrang auf dem Festgelände vor und im Stodl.
Vor das Vergnügen hat allerdings bekanntlich der liebe Gott den Schweiß gesetzt! Dieser floss am Samstagnachmittag ab 14 Uhr, als die Kirwaburschen – unterstützt von anderen starken Mannsbildern aus dem Dorf – den 25 Meter hohen Kirwabaum in die Senkrechte hievten. Auch die Kirwamoidln leisteten ihr Arbeitspensum, bevor es ans ausgelassene Feiern ging. Sie gestalteten vor der Dorfkapelle einen Blumenteppich, auf dem ein Kelch mit Brot und Weintrauben abgebildet war. Die um 19 Uhr beginnende Messfeier war schon deshalb etwas Besonderes, weil sie vom Hahnbacher Primizianten Daniel Fenk zelebriert wurde. In seiner Predigt mahnte er mit Bezug auf das Lukas-Evangelium von Maria und Marta dazu, als Glaubende nicht nur in den Gesetzen unserer Leistungsgesellschaft zu denken. Er habe seine Daseinsberechtigung und seine Anerkennung schon dadurch, dass er Kind Gottes und Jünger Jesu sein darf. Der von der Gruppe“Eviva“ musikalisch anspruchsvoll gestaltete Gottesdienst schloss mit dem Primizsegen. Nach diesem zogen die Kirwapaare und Gottesdienstbesucher unter den Klängen der Stimmungsband „Wöidarawell“ hinauf zum Kirwastodl. Dort heizte die Kirwaband die Stimmung sofort kräftig an und animierte so manches Pärchen dazu, das Tanzbein zu schwingen.
Halbwegs ausgeruht machten sich die Burschen am frühen Sonntagnachmittag auf den Weg, um ihre Moidln mit dem Kirwawagen zum Baumaustanzen abzuholen. Auf dem voll besetzten Festplatz wurden die Kirwapaare vom Publikum schon sehnlichst erwartet. Musikalisch begleitet vom „Birgl-Trio“ bewiesen dann die Kirwapaare mit ihren perfekt dargebotenen traditionellen Tänzen, dass die Tanzlehrerinnen Eva Ries und Franziska Mader beim Einstudieren ganze Arbeit geleistet hatten. Der Riedelsbacher Dreher klappte genauso wie der Landler aus Finsterau. Beim Siebenschritt saßen die regelmäßigen Tritte in das Hinterteil des Vordermannes und beim Bandltanz glitten Moidln und Boum graziös aneinander vorbei, ohne sich zu verfransen. Mit selbst gestrickten G’stanzln nahmen sich die Burschen und Moidln gegenseitig auf den Arm. So bekam z.B. Sebastian Lobenhofer sein Fett ab mit dem G‘‘stanzl-Vers: „Der Lobo und die Chrissi san’s Rentnerkirwapaar. Leit, kafft’s ihne an Rolator, dass nu dabei san nächst’s Jahr!“ Schließlich endete das Austanzen mit der Kür des neuen Oberkirwapaares. Beim Abbruch des obligatorischen Walzers hielten Julia Giehrl und Maximilian Gebhardt den Blumenstrauß in Händen. Nach dem Austanzen wurde zu den „Birgl-Trio-Klängen“ ausgelassen gefeiert. Als echter Renner erwiesen sich die von den Kirwamoidln selbstgebackenen KKöichln. Dass bis in die Nacht Superstimmung herrschte und es auf dem Festplatz und im Stodl rund ging, dafür sorgten die Salleröder Boum. Ihre Musikauswahl war ganz nach dem Geschmack der Gäste. Zu später Stunde wurden der Kirwabaum und viele Sachpreise und Gutscheine verlost. Als glücklicher Gewinner wurde mit Martin Amann ein Kirwabursch gezogen. Er gab den Baum zur Versteigerung bei. Für den stolzen Preis von 920 Euro, der den Kirwaleit zugutekommt, ging der Baum schließlich an einen Gast aus Etsdorf. Als goldrichtig erwies sich der Beschluss, wie im Vorjahr einen dritten Kirwatag anzuhängen. Am Montag wurde nochmals der Grill angeschürt. Viele Firmen- und Behördenvertreter fanden sich zum Mittagessen ein.





