(von Werner Schulz)

Zwergerln erklimmen Kirchturm

Sieben Mamis, einen Papi und sechzehn Kinder - unter ihnen die vier Monate alten Drillinge Lukas, Lena und Leopold Meindl – konnte Diakon Sellmeyer (vorne l.) zur Kirchenführung begrüßen, zu der der Zwergerltreff eingeladen hatte. Zum Abschluss ging es mit Stadtpfarrer Hans-Peter Bergmann den Kirchturm hinauf zu den großen Glocken.

Zwergerln erklimmen Kirchturm

Hirschau. Für die Kinder des Zwergerltreffs ist die Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt eine durchaus vertraute Umgebung. Mit ihren Eltern feiern sie dort regelmäßig kindgemäß gestaltete Wortgottesdienste. Letzte Woche lernten sie unter Führung von Diakon Richard Sellmeyer ihre Kirche genauer kennen. Zum guten Schluss durften sie zusammen mit Stadtpfarrer Hans-Peter Bergmann sogar den Kirchturm erklimmen.

Sieben Mamis, einen Papi und sechzehn Kinder - unter ihnen die vier Monate alten Drillinge Lukas, Lena und Leopold Meindl – konnte Diakon Sellmeyer am Volksaltar begrüßen. Für ihn war es selbstverständlich, sein Publikum nicht mit Jahreszahlen und sonstigen Fakten zu füttern. Sie sollten das Gotteshaus „mit Weitblick“ erleben. Bevor es zum Hochaltar ging, wurde zuerst über generelle Unterschiede zwischen evangelischen und katholischen Kirchen nachgedacht. Deutlich wurde dabei herausgestellt, dass sich Kirchenbesucher in einem Gotteshaus würdevoll benehmen und bewegen sollen. Genau betrachtet wurde der Hochaltar mit dem Tabernakel, den links und rechts neben ihm befindlichen Reliefs, den Figuren am Hochaltar, über den Chorstühlen und an den Seitenaltären. Mit den Attributen der Heiligenfiguren konnte auf deren Namen geschlossen werden.

Nach einem Blick auf die beiden Stadtheiligen Placidus und Pius, die je unter den Seitenaltären liegen, wies Diakon Sellmeyer auf die Medaillons an der Decke hin, die die Motive Mariä Verkündigung, den Kreuzweg und die Krönung Mariens zeigen. Schließlich machte er auf das Marienbild an der Emporenbrüstung aufmerksam, das die Gottesmutter Maria als Schutzfrau Hirschaus und als zeigt.

Dem Motto, die „Kirche mit Weitblick zu erleben“, wurde der zweite Teil der Führung, den Stadtpfarrer Hans-Peter Bergmann übernahm, im wahrsten Sinne des Wortes gerecht. Mit ihm ging es ans große Abenteuer - den 52,5 Meter hohen Kirchturm hinauf zu den großen Glocken. Vorsichtshalber hielten sich die Kleinen beim Anblick der Glocken gleich die Ohren zu, bevor es dann später tatsächlich laut dröhnend fünf Uhr nachmittags schlug. Sieben Glocken konnten die Kinder zählen, wobei die kleinste die älteste ist und geläutet wird, wenn ein Mitglied aus der Pfarrgemeinde verstorben ist. Nicht ganz einfach war es dann, die Kinder für ein Foto unter eine Glocke zu bringen. Darunter hat sogar ein Erwachsener gut Platz. Pfarrer Bergmann: „Die Glocken müssen so groß sein. Denn alle sollen sie hören und wissen: Wir sind eingeladen.“