Hirschau. Mit dem idyllisch am Fuße des Rotbühl gelegenen Sportplatz samt Festhalle, Blockhütte und Schatten spendendem Baumbestand haben die Weiherer einen wahren Bilderbuch-Kirwafestplatz. Drei Tage lang wurde dort am vergangenen Wochenende unter der Regie der Freiwilligen Feuerwehr und der Weiherer Kirwaleit eine Bilderbuch-Kirwa gefeiert.
Dabei ließ sich das Brauchtumsfest am Samstag gar nicht so gut an. Als die Kirwaburschen am frühen Morgen ausrückten, um den mehr als 30 Meter hohen Kirwabaum aus dem Kirchenholz zu holen, regnete es in Strömen. Auch beim Aufstellen des zwischenzeitlich geschnitzten und geschmückten Kirwariesen öffnete der Himmel sein Schleusen. Am Abend ging es dann aber mit der Band „D’Allerscheynst’n“ stimmungsmäßig gleich zur Sache. Die drei kernigen Burschen legten sich mächtig ins Zeug und sorgten für echte Kirwaatmosphäre. Für den Stimmungshöhepunkt des Abends sorgte allerdings die Fußball-Nationalmannschaft mit ihrem Elfmeterkrimi gegen Italien. Dass das Spiel, das ab 21 Uhr auf Großleinwand übertragen wurde, fast bis Mitternacht dauerte, konnte den Veranstaltern nur recht sein. Dem Umsatz von Speisen und Getränken tat dies sichtlich gut.
Am Sonntag und Montag meinte es Sankt Petrus recht gut mit den Weiherern. Er bescherte ihnen an beiden Tagen Sonnenschein und angenehme Temperaturen. Dass die Weiherer sich bewusst sind, dass die „Kirwa“ ursprünglich ein religiöses Brauchtumsfest und die Eucharistiefeier der Höhepunkt der Kirchweih ist, bewies der Kirchweihsonntag. Er begann mit einem ausgezeichnet besuchten Gottesdienst. Er wurde von Stadtpfarrer Hans-Peter Bergmann in der Dorfkirche „Mariä Opferung“ zelebriert. Trotz durchtanzter und durchzechter Nacht war es für die 16 Kirwaboum und Kirwamoidln Ehrensache, die Messe mitzufeiern. In seiner Predigt griff Pfarrer Bergmann das Evangelium auf, in dem von der Aussendung der 72 Jünger durch Jesus berichtet wird. Genauso sollten die Anwesenden Boten sein, die Jesus zu den Menschen bringen. Kirchweih dürfe nicht im Sitzenbleiben enden. Sie sei ein Auftrag, eine Erinnerung an die Sendung „Geht und bringet Frieden!
Zum Mittagessen ließ man sich auf dem Festplatz den Schweinebraten samt Knödeln und die Schnitzeln mit Pommes frites aus der Küche vom Hanauer Sepp schmecken.Kurz nach 15 Uhr marschierten die Kirwapaare - angeführt von den Höidlbrummern - auf dem Sportplatz zum Baumaustanzen ein. Seit Wochen hatten die Boum und Moidln unter der Regie von Dieter Kohl fleißig dafür geübt - dies mit Erfolg. Es gab reichlich Beifall für die Sternpolka, den Jägermarsch, den Zwiefachn, für die „Schöne Marie“ und den Boarischen.
Mit Spannung erwarteter Abschluss der Tänze war der Kirwawalzer. Er endete mit der Krönung von Katharina Stein und Philipp Birner zum neuen Ober-Kirwapaar. Ab dem Spätnachmittag sorgte Alleinunterhalter Michael Demleitner bis in die Abendstunden für Stimmungsmusik. Am Kirwamontag fanden sich wie jedes Jahr viele Firmen- und Behördenvertreter zum Mittagessen ein. Richtig rund ging es dann im Dorf beim Kirwabärtreiben. Dieser wurde traditionsgemäß mit Köichln und Bier besänftigt. Beibehalten wurde auch die Tradition, das Bärentreiben mit dem Baden im Dorfweiher zu beschließen, um die schwarze Farbe wieder abzuwaschen. Abends war es dann an den „Hoglbouchan”, die Stimmung nochmals richtig anzuheizen - ein Vorhaben, das ihnen bestens gelang. Letzter Höhepunkt war die Verlosung des von der Kirchenverwaltung gestifteten Kirwabaums und weiterer Sachpreise. Er gehört nun Herbert Ott aus Ehenfeld.





