(von Werner Schulz)

Publikum Freude an der Musik vermittelt

Der von Jana Müller (r.) dirigierte Gemischte Chor des Gesangvereins 1860 bot wieder eine überzeugende Leistung. Die Sängerinnen und Sänger trugen dieses Mal überwiegend Lieder aus fernen Ländern vor wie z.B. „Hop hej Cibulari“ aus Tschechien oder „Kad si bila male Mare“ aus Dalmatien.

Publikum Freude an der Musik vermittelt

Hirschau. „I have a dream!” – Diesen Abba-Hit sang der Gemischte Chor des Gesangvereins 1860 vergangenen Sonntag kurz vor Schluss der „Sommerserenade“. Der Titel beschrieb sehr gut die Stimmung der rund 250 Besucher, die im Schlosshof einen über weite Strecken traumhaft schönen musikalischen Abend erlebten.

Dass das abendliche Ständchen einmal mehr zu einem Highlight des Hirschauer Kulturlebens und zu einem echten Genuss wurde, dazu leisteten alle Akteure ihren Beitrag. Der von Jana Müller dirigierte gastgebende Gemischte Chor bestach bei seinen Beiträgen durch eine wohl abgestimmte Klangfülle der Männer- und Frauenstimmen. Gleiches galt für den Schnaittenbacher Chor „Happy Voices“ unter Leitung von Andrea Eichenseer. Jana Müller hatte nicht nur ihren Chor bestens im Griff. Sie glänzte mit ihrer zarten Sopranstimme auch als Solistin. Schwungvoll und munter spielten die Salleröder Boum auf. Stefan und Simon Schmidt begeisterten mit volkstümlichen Weisen, animierten das Publikum sogar zum Mitsingen. Für launige, zur Erheiterung beitragende Zwischentöne sorgte mit Peter Butschek ein Chor-Insider. Er führte eloquent und dem ihm eigenen Humor durch das Programm.

Nachdem der Gemischte Chor die Veranstaltung mit „Wir grüßen euch alle“ aus Mozarts Zauberflöte eröffnet hatte, wertete Ehrenvorstand in seinen einführenden Worten die Mitwirkung der „Happy Voices“ als Beleg dafür, dass der Glockenkrieg zwischen Hirschau und Schnaittenbach offenkundig keine Auswirkungen auf die Freundschaft der Chöre in den Nachbarstädten hat. Dies bewies sich spätestens dann, als sie unter Leitung von Jana Müller den Udo Jürgens-Hit „Ich war noch niemals in New York“ intonierten. Mit der tschechischen Weise „Hop hej Cibulari“ entführte der Gemischte Chor das Publikum zunächst in die Heimat seiner Dirigentin Jana Müller. Mit „Kad si bila mala Mare“ und „Wenn die Bettelleute tanzen“ folgten Volkslieder aus Dalmatien bzw. Schlesien und Manfred Schlenkers „Der alte Kakadu“. Die Salleröder Boum setzten mit der „Magic Viki Polka“ von Denis Novato einen frisch-fröhlichen Kontrast. Bei Robert Neumeiers „Verzauberte Finger“ legte Simon Schmidt mit seinem Akkordeon ein geradezu atemberaubendes Tempo vor. Das alte Volkslied „Fliege mit mir in die Heimat“ ließ so manchen Besucher inbrünstig mit einstimmen. Der „Schmelzhütten Landler“ von Alfred Ebenharter gelang dem Duo genauso perfekt wie Mark Pirchers „Platz’l Boarischer“. Auch die Original-Oberkrainer-Fans kamen auf ihre Kosten. Mit den Stücken „Im Schweizer Hochland“ und „Für meine besten Freunde“ hielten die Salleröder Boum das musikalische Schaffen des am 2. Juli verstorbenen Slavko Avsenik lebendig. Dass die beiden Burschen auch ruhigere, besinnliche Töne anschlagen können, bewiesen sie bei Luis Plattners „Sterne am Himmel“. Beim „Osserwinkl Landler“ von Franz Pöschl griffen beide zum Akkordeon bzw. zur Steirischen. Nachdem die Boum einfühlsam die Volksweise „Der alte Jäger“ präsentiert hatten, wurden sie für ihre Beiträge förmlich mit Beifall überschüttet. Die Vorsitzende Renée Ehringer-Hoffmann bekannte sogar, dass sie „die beiden Burschen gleich adoptieren würde. Riesenapplaus ernteten auch Andrea Eichenseer und ihre „Happy Voices“. Sie bereicherten die Serenade mit eindrucksvollen Interpretationen von Hubert Goiserns „Weit, weit weg“, Reinhard Meys „Über den Wolken“ und dem einstigen Hit der Comedian Harmonists „Wochenend und Sonnenschein“. Sonderapplaus gab es für Adam Podokschik, der beide Chöre einfühlsam am E-Piano begleitete.

Nicht nur für Moderator Peter Butschek, wohl auch für manchen männlichen Besucher war Jana Müllers Botschaft „Meine Lippen sie küssen so heiß“ aus Franz Lehars Operette „Giuditta“ absolut glaubhaft. Bei ihrem Gesangsolo wurde die Sopranistin von Andrea Eichenseer am E-Piano begleitet.

Der Gemischte Chor sorgte schließlich mit John Dowlands „Come again“, dem Abba-Song „I have a dream“ und Jan Holdestocks Kanon „Calypso“ für eine gelungene Abrundung eines rundum gelungenen musikalischen Abends. Mit Mozart und einem Stück aus seiner „Zauberflöte“ hatte der Gemischte Chor die Serenade eröffnet. Nicht weniger anspruchsvoll war der Abschluss mit „Habt Dank für die Stunden“ – ebenfalls aus Mozarts „Zauberflöte“.

 

Publikum Freude an der Musik vermittelt   Publikum Freude an der Musik vermittelt

Nicht nur für Moderator Peter Butschek, wohl auch für manchen männlichen Besucher war Jana Müllers Botschaft „Meine Lippen sie küssen so heiß“ aus Franz Lehars Operette „Giuditta“ absolut glaubhaft.

 

Egal ob mit dem Akkordeon, der Steierischen oder mit der Gitarre – die Salleröder Boum beherrschten ihre Instrumente perfekt und begeisterten das Publikum mit volkstümlichen Weisen, ja animierten sie sogar zum Mitsingen.

 
Publikum Freude an der Musik vermittelt

Eine ausgezeichnete Vorstellung boten auch die „Happy Voices“ aus Schnaittenbach

unter Leitung von Andrea Eichenseer. Besonders galt die für die Interpretarion von

Hubert von Goiserns „Weit, weit weg“ und Reinhard Meys „Über den Wolken“.