Hirschau. Über 15 000 Watt bestrahlen morgen die 32 Meter breite Bühne im Schlosshof, wenn es heißt: Vorhang auf für die „6. Hirschauer Festspiele“ und das Schelmenstück „Der Glockenkrieg“. Dass das Licht tatsächlich angeht, die Beleuchtung die jeweilige Stimmung und Atmosphäre des Stückes aufnimmt und die Schauspieler ins rechte Licht gerückt werden, das ist zu allererst - wie bei den vorausgegangenen Festspielen - Alfred Härtl zu verdanken. Mit seiner Kompetenz, seiner Erfahrung und seiner Ruhe ist er ein Garant dafür, dass die Schauspieler und Sänger von Anfang bis Ende perfekt mit Licht, Ton und anderen technischen Kleinigkeiten versorgt werden.
Die Installation der Beleuchtungs- und Tontechnik ist bei den Freilichtaufführungen, die bis in die Nacht dauern, jedes Mal ein Riesenprojekt. Die Aufführungen bedeuten nicht nur für die Darsteller Stress, sondern auch für die Techniker. Schließlich dürfen weder Licht noch Strom während des Stückes ausfallen. Alfred Härtl macht kein Hehl daraus, dass die Aufbauten seit dem ersten Stückl-Festspiel im Jahr 2005 immer mehr und immer aufwändiger wurden. Da alle zwei Jahre zum Teil dieselben Routinearbeiten wie das Verlegen der Strippen und das Montieren der Lautsprecher an bestimmten Plätzen anfielen, nutzte Härtl die zwei Jahre seit dem letzten Festspiel, um viele Strippen fest zu installieren. An die 1 000 Meter Kabel hat er seither verlegt.
Alfred Härtl war und ist nicht nur für den Aufbau der Beleuchtung zuständig. Auch der Aufbau für die Akustik fällt in seinen Verantwortungsbereich. Da es sich überwiegend um fliegende Aufbauten handelt, musste besonders auf die Sicherheit der Darsteller geachtet werden. Da es hinter der Bühne relativ dunkel ist, musste dafür Sorge getragen werden, dass niemand über ein Kabel stolpern kann. Die gesamte Installation musste zudem so angelegt werden, dass sie auch stärkstem Regen standhält. In keine Steckverbindung darf auch nur die geringste Feuchtigkeit eindringen. Ein Ausfall der Licht- bzw. Tontechnik während der Aufführung wäre so gut wie vorprogrammiert. Bei den zurückliegenden Festspielen hatte Alfred Härtl das Problem sicher im Griff. Trotz teilweise heftiger Regenfälle gab es keien Strom- oder sonstigen technischen Ausfall.
Bei den Aufführungen stand und steht Alfred Härtl selbst auf der Bühne. Dieses Mal als Schnaittenbacher Magister. Daher steht während der Aufführung Sepp Strobl am Ton- und Lichtmischpult. Er sorgt ab morgen je nach Szene für die Ausleuchtung der Bühne und Beleuchtung der Schauspieler. Harte Schatten sollen dabei möglichst vermieden werden.
Dass all diese Arbeiten nur nach Einbruch der Dämmerung gemacht werden konnten, versteht sich von selbst. Nicht selten kam es vor, dass Härtl und Strobl bis nachts um 1 Uhr noch auf den Beleuchtungstürmen und am Lichtmischpult standen und mit einigen Darstellern nach den optimalen Einstellungen. Ab morgen gilt es, vor jeder der acht Aufführungen zeitig präsent zu sein, die Checkliste nochmals zu überprüfen und Funktionstests mit allen Schweinwerfern, Mikrofonen und Lautsprechern bis hin zur Videoaufzeichnung zu machen. Alfred Härtl und Sepp Strobl und ihr Helferteam sind jedenfalls bestens auf den Glockenkrieg vorbereitet.





