(von Werner Schulz)

Heiße Kirwatage am Fuße des Rotbühl

Die Weiherer Kirwapaare sind überzeugt, dass sie mit Manuela Wendl und Michael Glaser „des schöinste Ober-Kirwapaar“ haben.

Heiße Kirwatage am Fuße des Rotbühl

Weiher. In Weiher weiß man Feste zu feiern – ganz egal, ob man wie 2011 den Kirwabaum bei fröstelnden achteinhalb Grad austanzt oder wie am Sonntag bei tropischen Temperaturen. Drei Tage lang stand das Dorf am vergangenen Wochenende ganz im Zeichen seiner Kirwa. Unter der Regie der “Weiherer Kirwaleit” und der Freiwilligen Feuerwehr wurde das Fest zu einem großen Erfolg. Der idyllisch gelegene Sportplatz samt Festhalle, Blockhütte und Schatten spendendem Baumbestand erwies sich wieder als ideales Festgelände. Sankt Petrus meinte es dieses Mal fast zu gut mit den Weiherern. Von Samstag bis Monat strahlte die Sonne vom weiß-blauen Himmel. Der Kirwa erprobte Heimatpfleger und Höidlbrummer-Chef Dieter Kohl stellte jedenfalls fest, dass er „noch nie ein Baumaustanzen erlebt hat, bei dem so viel Wasser getrunken wurde.“

Bevor mit dem Feiern begonnen werden konnte, mussten die Kirwaburschen am frühen Samstagmorgen Schwerstarbeit leisten. Erstmals nach vierzig Jahren wurde der 28 Meter hohe Kirwabaum aus dem Kirchenwald von ihnen per Hand mit einer Zugsäge gefällt. Auch das Aufstellen des von den Moidln geschmückten Baumes wurde zu einer Schweiß treibenden Angelegenheit. Am Abend ging es mit der Band Tschucki Tschucki stimmungsmäßig gelich zur Sache. Die jungen Freudenberger Musikanten legten sich mächtig ins Zeug und sorgten für echte Kirwaatmosphäre. Das Quartett präsentierte sich zur Freude der bis in die späte Nacht ausharrenden zahlreichen Besucher „zünfti, boarisch und a wengerl mehra“. Dass die Weiherer sich bewusst sind, dass die „Kirwa“ ursprünglich ein religiöses Brauchtumsfest ist, bewies der Kirchweihsonntag. Er begann mit einem ausgezeichnet besuchten Gottesdienst. Er wurde von Stadtpfarrer Hans-Peter Bergmann in der Dorfkirche „Mariä Opferung“ zelebriert. Trotz durchtanzter und durchzechter Nacht war es für die 14 Kirwaboum und Kirwamoidln Ehrensache, die Messe mitzufeiern.

Zum Mittagessen bot der Hanauer Sepp auf dem Festplatz eine Kirwaspeisenkarte vom Feinsten. Sie reichte von der Currywurst über Schnitzel bis zum Schweinebraten. Kurz nach 15 Uhr marschierten die Kirwapaare - angeführt von den Höidlbrummern - auf dem Sportplatz zum Baumaustanzen ein. Seit Wochen hatten die Boum und Moidln unter der Regie von Dieter Kohl fleißig dafür geübt - dies mit Erfolg. Es gab reichlich Beifall für die Sternpolka, die Kreuzpolka, den Zwiefachn „Owa d’Ochsn“, die Kutsche und den Boarischen. Mit Spannung erwarteter Abschluss der Tänze war der Kirwawalzer. Er endete mit der Krönung von Manuela Wendl und Michael Glaser zum neuen Ober-Kirwapaar. So mancher Bursch und so manches Moidl nahmen vom Austanzen als Souvenir einen Sonnenbrand mit nach Hause. Ab dem Spätnachmittag sorgte Alleinunterhalter Michael Demleitner bis in die Abendstunden für Stimmungsmusik. Am Kirwamontag fanden sich wie jedes Jahr viele Firmen- und Behördenvertreter zum Mittagessen ein. Richtig rund ging es dann im Dorf beim Kirwabärtreiben. Dieser wurde traditionsgemäß mit Köichln und Bier besänftigt. Beibehalten wurde auch die Tradition, das Bärentreiben mit dem Baden im Dorfweiher zu beschließen, um die schwarze Farbe wieder abzuwaschen. Abends war es dann an den “Allerscheynsten”, die Stimmung nochmals richtig anzuheizen - ein Vorhaben, das ihnen bestens gelang, spätestens dann, als sie zum Spielen direkt auf die Kirwatische kletterten. Letzter Höhepunkt war die Verlosung des von der Kirchenverwaltung gestifteten Kirwabaums und zehn weiterer Sachpreise. Der Baum blieb in Weiher. Er gehört nun Roswitha Meiller.

 

Heiße Kirwatage am Fuße des Rotbühl   Heiße Kirwatage am Fuße des Rotbühl

Nicht nur beim „Boarischen“ bewiesen die 14 Kirwapaare, dass Heimatpfleger Dieter Kohl beim Einüben der Tänze beste Arbeit geleistet hatte.

Am Montagnachmittag ging es hoch her beim traditionellen Kirwabärtreiben. Um die schwarze Farbe wieder abzuwaschen, wurde anschließend im Dorfweiher gebadet.