Hirschau. Das Fest Mariä Heimsuchung, das am 2. Juli gefeiert wird, ist nicht nur der Patroziniumstag der Mariahilfbergkirche in Amberg, sondern auch der Hirschauer Vierzehnnothelferkirche. Sie war schon vor der Reformationszeit eine viel besuchte Wallfahrtskirche, besonders anlässlich ihres Patroziniums. Die Wallfahrtstradition war mehr als zwei Jahrhunderte unterbrochen. Vor 14 Jahren wurde sie neu belebt und am Donnerstag fortgesetzt. Es war nur eine kleine Schar von Pfarrangehörigen, die bei Temperaturen knapp unter der 30-Grad-Marke zusammen mit Stadtpfarrer Hans-Peter Bergmann vom Bischof-Bösl-Platz aus singend und betend durch die Innenstadt zu dem schmucken spätgotischen Kirchlein an der Ehenfelder Straße zog. Dort hatte sich eine ansehnliche Schar vornehmlich älterer Gemeindemitglieder versammelt, um den Festgottesdienst mitzufeiern, bei dem der verstorbenen Mitglieder des Heimat- und Trachtenvereins gedacht wurde. Angesichts der Hitze war so manchem der Pilgerweg, vor allem der steile Anstieg am Friedhofsbergl, zu beschwerlich.
Stadtpfarrer Hans-Peter Bergmann wies in seiner Predigt darauf hin, dass es Begegnungen verschiedenster Art gibt. Auf der Straße sei es z.B. gut, wenn man ohne Karambolage aneinander vorbeikommt. Wirkliche Begegnung sei allerdings ein „Aufeinanderzugehen.“ Von einem solchen „Aufeinanderzugehen“ berichtet der Evangelist Lukas in seinem Evangelium über den Besuch Marias bei ihrer Base Elisabeth. Mit Maria sei aber nicht nur eine Verwandte, sondern - verborgen - Gott, der Herr, auf Elisabeth zugekommen. Elisabeth habe dies mit dem Blick des Glaubens erkannt und sei nicht blind für dieses Kommen gewesen. Der Prediger warf die Frage auf, wie jeder Einzelne sich verhält, wenn ER auf ihn zukommt? Geht man ihm aus dem Weg oder geht man auf ihn zu, z.B. im Gebet? Anhaltspunkte für wirkliche, gelingende Begegnung seien auch bei Paulus in seinem Brief an die Römer zu finden. In diesem rufe er zu gegenseitiger Achtung und Gastfreundschaft auf. Er ermahne die Gemeinde, mit allen Menschen Frieden zu halten und eines Sinnes und in Liebe einander zugetan zu sein.





