Weiher. Traumhaftes Wetter, ein idyllisch gelegener Festplatz am Waldrand, 16 schmucke Kirwapaare, zünftig aufspielende Musikgruppen, beste Bewirtung und ein Gästeandrang, der seinesgleichen sucht – die Weiherer feierten am ersten Juliwochenende eine Bilderbuchkirwa. Unter der Regie der Freiwilligen Feuerwehr und der „Weiherer Kirwaleit“ wurde das Fest zu einem Riesenerfolg. „I konn mi niat erinnern, dass scho amal so vül Leit, vor allem junge Leit daou worn!“, diesen Satz konnte man von den alteingesessenen Dorfbewohnern an den drei Kirwatagen immer und immer wieder hören.
Für die Kirwaburschen und Mannsbilder des Dorfes hatte das Fest am frühen Samstagmorgen begonnen. Der 30 Meter hohe Kirwabaum musste aus dem Kirchenholz geholt und am Nachmittag auf dem zum Festplatz umfunktionierten Weiherer Sportplatz aufgestellt werden – eine durchaus schweißtreibende Angelegenheit. Mit der Band „Tschuki Tschuki – vier Freudenberger Musikanten – ging es gleich am Samstagabend richtig zur Sache. Ohne elektronische Verstärker spielend legten sie sich mächtig ins Zeug und sorgten für einen Kirwaauftakt nach Maß. Dass man sich in Weiher bewusst ist, dass die „Kirwa“ ursprünglich ein religiöses Brauchtumsfest ist, zeigte der Kirchweihsonntag. Er begann mit einem ausgezeichnet besuchten Gottesdienst. Er wurde von Stadtpfarrer Hans-Peter Bergmann in der Dorfkirche „Mariä Opferung“ zelebriert. Trotz durchzechter Nacht war es für die 16 Kirwaboum und Kirwamoidln Ehrensache, die Messe mitzufeiern.
Zum Mittagessen bot der Hanauer Sepp eine Kirwaspeisenkarte vom Feinsten. Die Gäste hatten offenkundig großen Durst und Hunger mitgebracht. Zur Kaffeezeit am Nachmittag war das Kuchen- und Tortenbuffet der Dorffrauen heiß begehrt. Dermaßen gestärkt marschierten die Kirwapaare am Nachmittag - angeführt von „Die Allerscheynst‘n“ - auf dem von zahlreichen Zuschauern gesäumten Sportplatz ein, um den Kirwabaum auszutanzen. Seit geraumer Zeit hatten die Boum und Moidln unter der Regie von Kreisheimatpfleger Dieter Kohl fleißig dafür geübt - dies mit sichtlichem Erfolg. Es gab reichlich Beifall für die Stern- und Krebspolka, den „Boarischen“ und den „Zwiefachen“. Der mit Spannung erwartete Kirwawalzer endete mit der Kür von Eva-Maria Reif (Weiher) und Kilian Fritsch (Hirschau) zum neuen Oberkirwapaar. Danach sorgte Alleinunterhalter Michael Demleitner bis in den späten Abend hinein für Stimmungsmusik.
Am Kirwamontag fanden sich wie jedes Jahr viele Firmen- und Behördenvertreter zum Mittagessen ein. Richtig rund im Dorf ging es dann beim Kirwabärtreiben. Niko Mägerl wurde per Los als Kirwabär ermittelt. Nach wenigen Stationen erhielt er dann als Bär Unterstützung von Philipp Birner. Sie wurden traditionsgemäß mit Köichln und Bier besänftigt. Abends war es dann an den “Hoglbouchan”, die Stimmung nochmals richtig anzuheizen - ein Vorhaben, das ihnen bestens gelang. Letzter Höhepunkt war die Verlosung des von der Kirchenverwaltung gestifteten Kirwabaums. Er gehört nun Maximilian Heinrich, einem potentiellen Kirwaburschen im Jahr 2015.
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| Musikalisch begleitet von „Die Allerscheynst’n“ (r.) präsentierten die 16 Kirwapaare ihre von Heimatpfleger Dieter Kohl einstudierten Brauchtumstänze. |
Beim Kirwabärtreiben ging es am Montag richtig rund im Dorf. |







