Vom Schlosshof aus „In 80 Tagen um die Welt“

Phileas Fogg (Christian Gnan, oben r.) und Kapitän Speedy (Ludwig Koller, oben l.) kümmern sich auf den Schiff Henrietta um die indische Witwe Auda (Meike Birner, oben Mitte). Foggs Diener Passepartout (Holger Schwandner, unten l.) weist die Reiseleiterin Julia (Kerstin Ackermann, unten r.) darauf hin, dass man nicht den „Untergang der Titanic“ spiele, sondern „In 80 Tagen um die Welt“.

Vom Schlosshof aus „In 80 Tagen um die Welt“

Hirschau. Jule Vernes 1873 erschienener Roman „In 80 Tagen um die Welt“ ist eine der bekanntesten Abenteuergeschichten aller Zeiten. Ab Freitag, 15. Juli, präsentiert sie der Festspielverein in 9 Vorstellungen auf der Freilichtbühne im Schlosshof.

Vor fast 150 Jahren war es sicher eine „verrückte Idee“, sein Vermögen darauf zu wetten, in 80 Tagen um die Welt reisen zu können. Explizit das tat der exzentrische Gentleman Phileas Fogg, die Hauptfigur des Romans. Nicht weniger verrückt erschien 2019 dem damaligen Festspielvereinsvorsitzenden Hans Drexler die Idee von Roland Fritsch, Ludwig Koller und Evi Fritsch, den Bestseller auf der Freilichtbühne zu präsentieren. Beim Kulissenbau für die Komödie „Die Erbschaft“ war den beiden Herren der Gedanke gekommen, einmal etwas anderes aufzuführen als ein bayerisches Volksstück. Den genialen Einfall, so Roland Fritsch, hatte seine Frau Evi. „In 80 Tagen um die Welt“ – es muss sowieso alles neu gemacht werden, also warum nicht gleich richtig…?“, meinte sie.  

Regisseur Dieter Held war sich von Anfang an bewusst, dass die Vorbereitungen für das Stück und seine Aufführungen einen gewaltigen Kraftakt bedeuten würden – für die Bühnen- und Kulissenbauer genauso wie für das Requisitenteam, die Licht- und Tontechniker und natürlich die Darsteller. Ob London, Suez, Bombay, Kalkutta, Hongkong, Yokohama, San Francisco, New York oder Liverpool – für jede Station der Fogg-Reise zaubern die Bühnenbauer ein Szenenbild aus dem Ärmel. Sie haben alle Hände voll zu tun, um die zahlreichen Umbauten während des Stücks in kürzester Zeit zu bewältigen. Denn auf Mr. Fogg warten auf seiner Reise durch Suez, Indien, China und Amerika eine Vielzahl von Überraschungen und Unwägbarkeiten. Er trifft auf Brahmanen im indischen Dschungel, nutzt einen Elefanten als Transportmittel oder muss auf der Strecke zwischen San Francisco und New York einen Indianerangriff abwehren. Das Requisitenteam ist gefordert, im Rekordtempo auf die sich ständig und schnell ändernden Szenenabläufe hinsichtlich der Kostüme und Accessoires zu reagieren. Der als Drehelement konstruierte „Reform Club“, Ausgangspunkt der Reise, wurde ebenso in akribischer Kleinstarbeit erstellt wie Mr. Foggs für wohnliche Stimmung sorgendes Haus. Regisseur Dieter Held fordert seit Ende April seine Darstellertruppe bei den Proben mit begeisterndem Engagement und bewundernswerter Geduld. Schwachstellen wurden in den zurückliegenden Wochen peu à peu ausgemerzt. Einer erfolgreichen Premiere am kommenden Freitag steht nichts mehr im Wege – einzige Unwägbarkeit ist das Wetter, das sich hoffentlich bei allen Aufführungen von seiner besten Seite zeigt.

 

Der Inhalt:

Im London um 1880 wird die Bank of England um 55 000 Pfund bestohlen. Im exklusiven Reformclub diskutieren die edlen Herren, beim Kartenspiel, ob der Bankräuber wohl schnell gefasst werde. Die Chance sei gering, meinen die einen, da die Erde groß sei. Ganz anderer Meinung ist der exzentrische Gentleman Phileas Fogg. Um zu beweisen, dass die Erde klein ist, wettet er um 20 000 Pfund, dass es ihm gelingen wird, in 80 Tagen um die Welt zu reisen. 20 000 Pfund sind die Hälfte seines Vermögens. Die andere Hälfte benötigt Fogg für die Durchführung der Weltreise. Falls er die Wette verliert, ist er finanziell ruiniert. In Begleitung seines Dieners Passepartout bricht Fogg sofort auf. Wegen der überstürzten Abreise gerät er in den Verdacht, der gesuchte Bankräuber zu sein. Fix, ein eifriger Detektiv von Scotland Yard, heftet sich an seine Fersen. Die Wette hält Fix für ein Täuschungsmanöver. Das Londoner Volk wird vom Wettfieber gepackt und hofft, dass Fogg‘s Reise gelingt. Unterwegs erleben Fogg und Passepartout eine Vielzahl von Abenteuern, ob in Suez, Kalkutta, Bombay, Yokohama, San Franzisco oder New York. Ob Fogg rechtzeitig in seinen Club zurückkehren und die Wette einlösen kann, wird auch das Freilichtspiel im Hirschauer Mälzerei-Theater zeigen.

Der Spielplan: Premiere: Freitag, 15. Juli 2022, 20 Uhr. Weitere Termine: Samstag, 16. Juli, 20 Uhr; Sonntag, 17. Juli, 15 Uhr; Mittwoch, 20. Juli, 20 Uhr; Freitag, 22. Juli, 20 Uhr; Samstag, 23. Juli, 20 Uhr; Mittwoch, 27. Juli, 20 Uhr; Freitag, 29.Juli, 20 Uhr; Samstag, 30. Juli, 20 Uhr; Sonntag, 31. Juli, 20 Uhr. Eintrittskarten gibt es bei okticket und in Hirschau bei Eisen Schertl.

 

Die Kasse ist an den Aufführungstagen jeweils ab 18 Uhr geöffnet. Den Besuchern werden zur Stärkung Grillspeisen und Fingerfood angeboten, dazu alkoholfreie Erfrischungsgetränke sowie Wein, Sekt und Bier. Das zu diesem Anlass extra gebraute „In-80-Tagen-um-die-Welt-Helle“ ist ab sofort in den von der Schlossbrauerei belieferten Getränkemärkten erhältlich.