Ehenfeld. 27 Pfarrangehörige waren der Einladung des Arbeitskreises „über den Tellerrand schauen“ gefolgt und besichtigten die Einrichtung in Immenreuth.
Holger Hassel, der Leiter des SOS-Kinderdorfes Oberpfalz begrüßte die Besucher und informierte sie über die Entstehung des Vereins und des Kinderdorfes. Der österreichische Bauernsohn Hermann Gmeiner gründete vor mehr als 60 Jahren das erste SOS-Kinderdorf in Imst in Tirol. Inzwischen ist der Verein in 138 Ländern der Welt vertreten. 1963 erhielt er von einer Immenreuther Familie ein ca. 20 000 qm großes Grundstück als Spende. 1967 bezogen die ersten sechs SOS-Kinderdorfmütter mit ihren Kindern die neu erbauten Familienhäuser. Nach einem Jahr Praktikum in einem Kinderdorf absolvieren die Frauen eine Ausbildung zur Erzieherin. Da die Kinder in den Kinderdorffamilien regelmäßig Kontakt zu ihren Eltern haben, sagen viele, sie haben zwei Mütter: eine Bauchmutter und eine Kinderdorfmutter.
Beim Rundgang durch das Dorf erfuhren die Besucher viel Interessantes. Zu jeder Familie gehören 5-6 Kinder oder Jugendliche. Die ca. 70 Mädchen und Jungen sind gut im Ort integriert. Durch Schule, Vereine und Kirche haben sie viel Kontakt mit den Kindern und Jugendlichen im Dorf. In der Einrichtung sind rund 65 Personen beschäftigt. Neben den SOS-Kinderdorffamilien gibt es auch Wohngruppen mit verschiedenen Konzepten, heilpädagogische Tagesgruppen und ambulante Hilfen für Familien und an Schulen in der Region.
Der Verein finanziert sich zu 80 Prozent aus staatlicher Förderung und zu 20 Prozent aus Spenden. Die Sprecherin des Ehenfelder Pfarrgemeinderates Anita Falk und Gemeindereferentin Barbara Schlosser überreichten 350 Euro an Herrn Hassel. Der Betrag war der Erlös aus dem Kalenderverkauf im letzten Jahr.





