(von Werner Schulz)

Drei Tage Hochstimmung bei Burgstaller Kirwa!

Für ihre gekonnten Tanzdarbietungen, bei denen sie vom Trio „Tuba-Tobi and Friends“ (vorne r.) musikalisch begleitet wurden, erhielten die 15 Kirwapaare viel Beifall. Vorne sitzend das neue Oberkirwapaar Thomas Scharl (4.v.l.) und Stefanie Wisneth (3.v.l.).

Drei Tage Hochstimmung bei Burgstaller Kirwa!

Burgstall. Sie war alles andere als eine 0815-Kirchweih – die 40. Burgstaller Kirwa. Wo sonst singen Dorfkinder unterm Kiwabaum Kirwalieder, zeigen die Burschen akrobatische Plattler-Einlagen und ist ein leibhaftiger Biathlon-Weltmeister zu Gast?

All das war bei der Jubiläumskirwa geboten – dazu 15 blitzsaubere Kirwapaare, zünftig aufspielende Musikanten und drei Tage lang Bilderbuchwetter. Dem Anlass gebührend zapfte Bürgermeister Hermann Falk das erste Fass Bier an. Unter die Gäste, die ihm und Ortssprecher Hans Scharl zuprosteten, hatte sich auch Biathlon-Weltmeister Andi Birnbacher gemischt. Er verbrachte das Wochenende mit seiner Frau und seinen zwei Söhnen in Gebenbach. Anlass war die Abschlussfeier der dortigen D-Jugend-Fußballer. Deren Trainer Magnus Deichl, mit Birnbacher seit Jahren befreundet, hatte ihn dazu eingeladen und zum anschließenden Kirwabesuch animiert. Der Oberbayer war beeindruckt, dass ein Dorf mit rund 60 Einwohnern ein solches Fest auf die Beine stellen kann. Auch der 28 Meter hohe Kirwabaum imponierte ihm. Überrascht war er, dass man diesen per Los gewinnen kann. „Das gibt‘s bei uns nicht.“ Dass beim Auftaktabend alles passte, war besonders das Verdienst der Band „Onkel Resi“, zu deren bodenständigen Klängen die 15 Kirwapaare ins Festzelt einzogen. Bis in die späte Nacht sorgte das Quartett für Stimmung und animierte so manches Paar, von der Bierbank auf den Tanzboden zu wechseln.

Der Sonntag begann mit einem Festgottesdienst, zelebriert vom Gebenbacher Pfarrvikar Christian Preitschaft. Um den Freialtar vor der Dorfkapelle versammelte sich eine große Schar an Gläubigen. Für die Kirwapaare war die Teilnahme Ehrensache. In seiner Predigt griff Vikar Preitschaft den Ortsnamen Burgstall auf. Sowohl die Burg als auch der Stall hätten schon früher den Menschen und Tieren Schutz und Geborgenheit geboten. Genau dies gebe der Glaube den Christen. Musikalisch umrahmt wurde die Messfeier von der Gebenbacher Blasmusik. Sie unterhielt die Gäste auch beim Frühschoppen.

Hauptereignis am Nachmittag war das Austanzen des Kirwabaumes. Bis zum Eintreffen der Kirwapaare unterhielten die Burgstaller Nachwuchsmusikerinnen Tamia Stauber und Maria Dotzler, von Rita Dotzler auf der Gitarre begleitet, das Publikum mit Kirwaliedern. Sie erhielten reichlich Applaus für „Wenn ich des Morgens früh aufsteh“, „Bibihenderl“, „Hulapalu“, „Mir homs für unser Leben so gern“ und – passend zur WM - „Fußball.“

Dann marschierten die Boum und Moidln, voran das Trio „Tuba-Tobi and Friends“, vor dem Festzelt auf. Sie machten eine gute Figur bei der von den alterfahrenen Kirwapaaren einstudierten Sternpolka, beim Siebenschritt, Zwiefachen, Bauernmoidl und Walzer. Der endete mit der Kür von Thomas Scharl und Stefanie Wisneth zum Oberkirwapaar.

Ein g’stand‘ner Burgstaller Kirwabursch muss aber mehr drauf haben als nur das Tanzen mit seinem Moidl! Wie in den Vorjahren warteten die Boum mit einer Schuhplattler-Einlage auf. Sie gaben den vom „Neidaffer Sepp“ einstudierten „Watschenplattler“ zum Besten, bis die Lederhosen krachten. Für die teilweise akrobatische Darbietung ernteten sie stürmischen Beifall. Danach setzte der Run auf das Kuchenbuffet ein, derweil „Tuba-Tobi and Friends die Gäste bis in den Abend bestens unterhielten.

Der Montag brachte noch einmal einen Besucheransturm. Die „Zoigl-Musi“ versetzte das Publikum in Hochstimmung. Als letzter Höhepunkt stand die Verlosung des Kirwabaumes an. Ihn gewann Helmut Götz aus Krondorf. Er stellte den Baum umgehend zur Verfügung, den u guter Letzt Matthias Schöpf aus Gebenbach ersteigerte.